Rote Listen 2020

Aktuelles

 

14.7.2014

Mehr Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Vereinen im botanischen Artenschutz

Teilnehmer des Workshops bei der Diskussion

Vom 2. bis 3. Juli 2014 fand ein Bund-Länder-Treffen in Kassel zur Vorbereitung der Roten Liste der Gefäßpflanzen 2020 statt. Neben einer Nachlese zur Erstellung des Bundesatlas der Farn- und Blütenpflanzen wurde darüber diskutiert, wie die Datenbasis für die Gefährdungseinstufung, der Datenaustausch zwischen Bund und Ländern und der Erstellungsprozess für die Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen weiter verbessert werden können. Derzeit ist wenig zu den bundesweiten Vorkommen mittelhäufiger Pflanzenarten bekannt. Deshalb wurde ein Konzept zum Monitoring vorgestellt, mit dessen Hilfe in Zukunft quantitative Aussagen zum aktuellen Bestand mittelhäufiger Arten möglich sein sollen.

Während des Treffens wurde vereinbart, sogenannte Kasseler Grundsätze zu verabschieden, d.h. einen gemeinsamen Appell von Vertretern aus Landes- und Bundesbehörden sowie von Vereinen. Die Kasseler Grundsätze sind ein Bekenntnis für mehr Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen, die Vorkommensdaten von Pflanzenarten verwalten und rufen Politik und Öffentlichkeit dazu auf, der Erfassung von Pflanzenvorkommen in Deutschland mehr Bedeutung zuzumessen.


  

12.5.2014

Gefährdete Pflanzenarten faszinieren die Gäste

Großes Interesse am Thema Rote Listen bei der Langen Nacht der Wissenschaften

 

Besucher bei der Führung

Besucher vor der Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

"Was heißt denn hier eigentlich bedroht? Pflanzenarten von Australien bis Brandenburg am Vorabend ihres Verschwindens" hieß eines von zahlreichen Angeboten bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität Berlin am 10. Mai 2014. Hunderte von Besuchern kamen speziell in den Botanischen Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem um eine "Expedition in die Welt der Pflanzen" zu erleben. Beim abendlichen Rundgang durch den Botanischen Garten entdeckten die Besucher sowohl weltweit und deutschlandweit bedrohte Arten als auch regionale Raritäten live mitsamt ihrer Ökologie und Gefährdungsgeschichte. Dabei wurde deutlich, wie wenig im globalen Maßstab über gefährdete Arten bekannt ist und dass seltene Arten nicht per se gefährdet sein müssen. Besucher staunten u.a. darüber, dass Rote Listen auf allen Ebenen unentgeltlich erarbeitet werden und nur eine kleine Auswahl der in Deutschland gefährdeten Arten auch gesetzlich geschützt ist. 


 

07.5.2014

Wenn Art-Experten (selbst) aussterben

Fachkräftemangel gefährdet die Zukunft der Roten Listen in Deutschland

Eine Befragung der aktuell beteiligten Koordinatoren und Bearbeiter der Roten Listen in Deutschland ergab, dass mehr als 40 % der ehrenamtlich Tätigen sich gar nicht oder nur unter stark verbesserten Bedingungen an der Erstellung der nächsten Roten Listen beteiligen wollen. Dies berichten die Autoren eines Artikels in der Rubrik "Nationale Biodiversitätsstrategie" in der Mai-Ausgabe des Fachmagazins Natur und Landschaft. Der Rückgang des freiwilligen Engagements hätte aber enorme Folgen für unser Wissen über den Zustand der biologichen Vielfalt in Deutschland und damit für unser Handeln im Naturschutz.

Den Originaltext aus Natur und Landschaft 5/2014 finden Sie hier.  


 

25.6.2013

Bund und Länder wollen Artenlisten zukünftig gemeinsam verwalten

Am 11. Juni 2013 fand in Hannover ein Bund-Länder-Treffen zum Thema "Taxonomische Referenzen in den Erfassungs- und Verwaltungssystemen – Synergien zwischen Bund und Ländern" statt. Der Schwerpunkt lag auf der Verwaltung taxonomischer Listen. Diese Listen erfassen die Namen der in Deutschland vorkommenden Arten und ändern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse kontinuierlich.  Bund und Länder erzielten in Hannover einen Konsens darüber, dass sie ihre bis dato vielfältigen taxonomischen Grundlagen zukünftig auf einer einheitlichen Plattform (EDIT) gemeinsam verwalten wollen. Dies wäre auch ein entscheidender Schritt, u.a. um die Erarbeitung der Roten Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands in Zukunft zu vereinfachen.


 

23.5.2013

Jetzt online: Deutschlandweite Verbreitungskarten für Amphibien und Reptilien

Als erster Schritt auf dem Weg zu einem aktuellen digitalen Atlas zur Verbreitung von Amphibien- und Reptilienarten in Deutschland sind jetzt Karten von Rainer Günther (Die Amphibien und Reptilien Deutschlands) digitalisiert und online gestellt worden.

In den nächsten zwei Jahren arbeitet die Arbeitsgruppe Feldherpetologie und Artenschutz der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) im Rahmen unseres Projektes an einer optimierten Zusammenführung der Verbreitungsdaten heimischer und eingeschleppter Amphibien- und Reptilienarten in einer bundesweiten Datenbank. Die Daten sollen zu einem digitalen Atlaswerk aufbereitet und die Verbreitungskarten über die Webseite der Arbeitsgruppe angeboten werden. Weiterhin testet das Projekt, inwieweit sich aus den vorliegenden Verbreitungsdaten bundesweite Bestandsentwicklungen ableiten lassen. Wie sich die Bestände einer Art in den letzten 20 Jahren entwickelt haben, ist ein wichtiges Kriterium, um die Gefährdung der Art korrekt einschätzen zu können.


 

24.1.2013

 

Gibt es nur den einen Regenwurm?

Erstes Expertentreffen zur Erstellung der Roten Liste der Regenwürmer in Berlin

 

GruppenfotoTeilnehmer des Treffens (von rechts):
Ricarda Lehmitz, Anneke Beylich, Jörg Römbke, Günter Matzke-Hajek, Elisabeth Neubert, Ulfert Graefe, Stefanie Krück, Martin Potthoff, Gisela Baumann

Offiziell weiß bislang keiner, wie viele unterschiedliche Regenwurmarten sich durch die deutsche Erde mühen. Noch weniger ist darüber bekannt, welche der vorkommenden Arten bei uns gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Am 22.01.2013 versammelten sich deshalb namhafte Regenwurm-Experten Deutschlands im Botanischen Museum Berlin-Dahlem. Ihr Treffen bildet den Auftakt zur Erstellung der bundesweit ersten Roten Liste der Regenwürmer.

Das Expertenteam, koordiniert von Dr. Ricarda Lehmitz (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz), geht derzeit von 39 bis 42 Arten von Regenwürmern aus. Außerdem gibt es bis zu 10 weitere Arten, deren Vorkommen in deutschen Böden noch ungeklärt ist oder die nur hin und wieder bei uns eingeschleppt werden. Nun entsteht eine gültige Gesamtartenliste der Regenwürmer Deutschlands – Neuheit und gleichzeitig Grundlage für die Rote Liste. Doch gerade für die im Verborgenen lebenden Regenwürmer gilt: Schwer ist es, die für eine Rote Liste notwendigen Informationen zur Häufigkeit, zum kurz- und langfristigen Bestandstrend und zu möglichen Risikofaktoren zusammenzutragen. Die Experten werten deshalb in den kommenden Monaten umfangreiche Daten aus der Literatur, aus eigenen Aufsammlungen und von Bodendauerbeobachtungsflächen der Bundesländer aus.

Das Projekt soll im September 2013 abgeschlossen sein. Dann werden wir benennen können, wie viele und welche Arten von Regenwürmern unsere Äcker, Wälder, Wiesen und Gärten bevölkern.

Kontakt: Dr. Ricarda Lehmitz, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, Am Museum 1, 02826 Görlitz; Ricarda.Lehmitz@senckenberg.de, Tel.: 03581 4760 5203


 

26.11.2012

 

Bund-Länder-Treffen in Fulda

Am 22.November 2012 fand in Fulda ein Bund-Länder-Treffen zur "Vorbereitung der Roten Listen 2020" in Fulda statt. Das Treffen setzte den Bund-Länder-Dialog fort, der mit dem Workshop „Taxonomische Datensysteme im Naturschutz“ (Juni 2011, Berlin) und der Tagung „Herausgabe von Roten Listen in Bund und Ländern“ (November 2011, Fulda) begonnen wurde. Inhaltlicher Schwerpunkt war der Austausch über die gemeinsame Organisation von Arten-Checklisten, technische Hilfsmittel im Rote-Liste-Erstellungsprozess sowie weitere Möglichkeiten für Synergieeffekte zwischen Bund und Ländern (z.B. im Hinblick auf die Vorgaben der EU-INSPIRE-Richtlinie). Zugang für Teilnehmer